Testbericht von Nikita Luisa Black / Ein Sommer mit der ZERO SR/F

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Vielen Dank liebe Luisa für deinen Testbericht!

Diese Saison hatte ich das Glück die elektrische Zero SR/F testfahren zu dürfen

Was sich in den ersten Fahrt-Stunden sehr eigenartig und gewöhnungsbedürftig anfühlte, war das Fahren ohne Schalten! Vor allem das Stehen bleiben, Beschleunigen und auf Kehren Zufahren löste in den ersten Momenten eine Schalthebel und -Pedal Suchpanik aus. Nach ein paar Kilometern legte es sich und es kam die Neugier und die Spielerei. Später das Hammer Vergnügen! 

Es hat bei mir nicht nur die Vorurteile ausgeräumt… meiner Meinung nach ist Elektromotorrad Fahren echt geil! Und ja, Spaß kann man auch ohne Schalten und riesen Geräuschkulisse haben… (PS:. Fahrtwind ist ab einer gewissen Fahrtgeschwindigkeit auch ohrenbetäubend laut… also so still und leise wie am Friedhof ist es unterm Helm eh nicht, keine Sorge!) 

Der Schub ist Hammer und es greift von Anfang an und zieht durch, ohne die Millisekunden-Schaltpausen… Die Gewichtsverteilung mit dem tiefen, vorn-gelegenen Schwerpunkt, kombiniert mit den Pirelli Diavolo III Reifen, da pickt das Ding förmlich auf der Straße und vermittelt eine sehr gute Handling-Sicherheit … nur Achtung mit der Bissigkeit im Sport-Modus mit einer Prise von eigenem Übermut und Grenzgängerdrang… die Gashand zu schnell gedreht… die Leistung ist direkt, sofort und im selben Schub da… und schon den Adrenalineinschuss gespürt und dass die Traktionskontrolle ordentlich einsetzte und bei dieser Beschleunigung mir die Haut gerettet hat… 

Mal zurück in den Regen-Modus… Vorsichtige Gasannahme und vorsichtiges einsetzen der Motorbremse und ganz frühes einsetzen der Traktionskontrolle für ein paar Beruhigungskilometer wie auf einer Wiege…

Absolut Fantastisches Fahrzeug und intelligent ist diese Maschine auch! Aufgrund der bisherigen  Fahrweise und der Fahrt-aktuellen Daten rechnet es die realistische Reichweite aus. Je nach Modi kann man sich auch für die Energie-effizientere ECO Voreinstellung entscheiden, anderen einprogrammierten Anspruchsverhaltensänderungen, oder einem in einer App eigens angelegten Fahrverhalten des Fahrzeugs (wo man natürlich Drehmoment, Leistung, Motorbremswirkung, Regeneration, Höchstgeschwindigkeit hochschrauben kann 😈 und die Traktionskontrolle beliebig einstellen). Natürlich kann man zwischen den Modi während der Fahrt hin und her wechseln.

Klar! Punkto Tanken dauert es länger als gewohnt. Je nach Fahrzeugausstattung/ Ladesäule/ Haushaltssteckdose von unter einer Stunde unterwegs bis zu ca 4Std Ladezeit zuhause über Nacht für durchschnittlich 150km Reichweite. Das Kabel hat man eben mitzuführen wenn man weiß dass man demnächst tanken muss. Jedoch macht es der -als Tank getarnte- Kofferraum zur Nebensache, denn da passt nicht nur das Kabel, sondern auch einiges an eigenem Krimskrams rein. 

Mit dem Ladesäulennetzwerk musste ich mich auch erst auseinandersetzen und mich einspielen… Meist funktionierte die RFID-Ladekarte. Anstecken, Karte Ranhalten und schon fließt der Strom und je nach Anbieter/Vertrag/Stationstarif wird es verrechnet. Ab und zu musste ich aber auf eine andere Zahlungsart ausweichen und da fing die Spielerei mit der EC bzw. Kreditkartenzahlung an. Da war einiges an Geduld und Ruhe nötig, bis ich raus hatte wie es ging…  aber da wächst man rein und hat man es ein Mal raus, dann klappt es danach auch ganz gut!

So selten wie man glaubt, sind die Ladesäulen nicht. Fast jede Ortschaft hat mindestens eine Ladesäule … und Ballungsgebiete sind schon übersäht mit Ladesäulen. Als Normalo-Verbrennerfahrer hat man eben den Elektrofahrer-geschulten Blick noch nicht für die Ladesäulen und -boxen. Dank Apps wie “ABRP” kann man die besagten Lademöglichkeiten nicht nur finden, sondern auch sogar eine Tour in die Berge samt Ladepausen und Ladesäulen-nahen Freizeitgestaltung planen.

Solange man auch nicht am letzten Tröpfchen tankt, da kann man im eventuellen Fall einer besetzten Säule ausweichen und zur nächsten kommen… zumindest blieb mir mein Notfallplan so Gottseidank erspart: Schieben und mit einem herzzerreißenden Dackelblick und Steckdosenstecker beim nächsten Bauern anklopfen… 

Stuss beiseite: wer beim Verbrenner schon bei der Hälfte tankt, wird es beim elektrischen Gefährt auch tun… Wer jedoch ein verzweifelter Optimist mit Nervenkitzelsucht ist und bis zum letzten Tröpfchen fährt, ab und zu dadurch zum Liegenbleiben neigt, dem wird es wohl auch damit früher oder später passieren. Und im Fall der Fälle gibt es Notdienste zum Beispiel von ÖAMTC oder ADAC, die entweder zur nächsten Säule oder sonst wohin abschleppen oder mit einem Aggregat kommen. Aber ehrlich, wie oft ist es dir mit dem Verbrenner passiert dass du nicht bis zur nächsten Tankstelle gekommen bist? Nie? 2mal? 

Also kein Stress, man groovt sich da rein.

Conclusio: hätte ich jetzt das Geld über die Maschine als Alltagsgefährt zu kaufen, hätte ich sie mir definitiv sofort zugelegt!!! Die Verabschiedung fiel jedenfalls schwer, hab das Ding lieb gewonnen! Und wer weiß, was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://www.motorradreporter.com/artikel/diese-saison-hatte-ich-das-gluck-die-elektrische-zero-srf-testfahren-zu-durfen?fbclid=IwAR3Rq_EqHqYRhBO56nZnaP6odjeJMcX_erIfqrNAryoxk4hdMnUUbXVu5Dc